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Jan 19

Loslassen von körperfremden Toxinen – die Ausleitung

By Robert Pap | Blog

Loslassen von körperfremden Toxinen – die Ausleitung

Nahrungsergänzungen einmal kritisch betrachtet


Es dauert nicht mehr lange, dann kommt wieder der Frühling und mit ihm die Entgiftungs- und Entschlackungskuren. Ich sehe schon die jedes Jahr gleichlautenden Schlagzeilen in den diversen Zeitschriften und mittlerweile auch Zeitungen und bin immer wieder entsetzt, wie leichtfertig Nahrungsergänzungsmittel, Algen, Aminosäuren und Enzyme online empfohlen und verkauft werden. 


Eine Entgiftungskur kommt aber nur in Frage, wenn es das Körpersystem verlangt und nicht weil gerade Frühling ist.


Die meisten Menschen starten eine Kur auf eigene Faust und wundern sich dann, das es ihnen körperlich wie emotional sehr schlecht geht.

"Was soll denn schon passieren, wenn ich jeden Tag vier Chlorella Kapseln einnehme?"


Es geht nicht darum, welche Produkte Sie zu sich nehmen. Die meisten von ihnen sind ungefährlich. Es geht darum, was diese Stoffe an sich binden und im Körper tun. 

Um sich von Toxinen langfristig befreien zu können, braucht es neben der regelmäßigen Einnahme von Kapseln oder Pulver ein Gesamtverständnis, was sich dabei in unserem Körper wirklich abspielt.

Gehen wir also einen Schritt tiefer:


Eine Ausleitung umfasst ein Fünf-Stufen-Programm für das Sie sich 6-18 Monate Zeit nehmen sollten:


Stufe EINS: Vorbereitung

Das ist die größte Stufe, oft auch die längste.

Das Hauptaugenmerk liegt hier in der Stärkung der Ausleitungsorgane mit Hilfe von Spurenelementen, Nahrungsumstellung, Basenbäder, Massagen, Lymphdrainagen, Schröpfen, Moxen uvm.

Erst dann folgen die anderen Stufen. Sobald wir hochdosierte Spurenelemente, Aminosäuren oder Heilerde zu uns nehmen, sollte unbedingt eine Vorbereitung jener Organe durchgeführt werden, die für den Abtransport der eingelagerten Giftstoffe verantwortlich sind: es sind dies die Ausleitungsorgane:

Niere, Leber, Blase, Haut, Darm, Bindegewebe und Lymphe.


Diese Organsysteme werden bei einer Ausleitung von Toxinen enorm belastet und es ist günstig, wenn Sie diese VOR der Einnahme gut vorbereiten. Es ist wie das Aufwärmen vor dem Sport, die Kniebeugen vor der Skisaison. Nehmen Sie sich 3-6 Wochen Zeit dafür. 


Stufe ZWEI: Extrazellulärer Raum

Nehmen wir an, es befinden sich Toxine rund um die Zelle, also im Bindegewebe und nicht in der Zelle. Mit dem kinesiologischen Muskeltest kann das herausgefunden werden. Mit speziellen Bindern werden die Toxine aus diesem Bereich geholt und den Ausscheidungsorganen zugeführt. Das macht unser Körper von ganz alleine. Danach kann sofort zu Stufe FÜNF gegangen werden.


Stufe DREI: Intrazellulärer Raum

Ist dieser Raum rund um die Zelle – der in Stufe ZWEI genannte extrazelluläre Raum – frei von Giften, können die Zellen geöffnet werden. Mit Hilfe von anderen Bindern werden die Toxine aus der Zelle geholt und in das Bindegewebe weitergeleitet um dann abtransportiert zu werden.

Nicht vorbereitete Menschen erleben in dieser Phase meist heftige physische und psychische Krisen, weil der Körper plötzlich mit Toxinen zu kämpfen hat, die zuvor gebunden waren. Das Körpersystem ist überfordert und schlägt Alarm. 

Schwindel, Kopfschmerzen, Migräne können die Folge sein. Deswegen ist die Stufe EINS so wichtig. 


Stufe VIER: Schaukeltherapie

Diese wird angewandt, wenn sich sowohl in der Zelle, als auch rund um die Zelle Toxine befinden. Der extrazelluläre Raum wird zuerst wie in der Stufe ZWEI gereinigt, danach folgt der intrazelluläre, dann wieder der extrazelluläre, usw…

Dieser Prozess, der abhängig davon ist, wo sich die Toxine befinden, um welche es sich handelt und wie das Körpersystem aufgestellt ist, kann mehrere Wochen dauern.

Dabei sind immer wieder die Ausleitungsorgane zu kontrollieren, aber auch der Säure-Basen-Haushalt, der durch die Toxinausleitung verschoben wird, 


Stufe FÜNF: Abschluss

Der Kreis schließt sich. Ähnlich wie in der Stufe der Vorbereitung werden die Ausleitungsorgane mit Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Nahrungsergänzungsmittel intensiv gestärkt.

Am Ende eines Ausleitungsprozesses beschreiben die Klienten, dass sich die Nebelschleier gelichtet haben, der Kopf klar wird und sie sich gut integriert fühlen.

Denn wenn das Gift einmal draußen ist, bleibt die Essenz übrig. 

Und das fühlt sich einfach gut an.


Was beinhaltet diese wichtige und relativ lange Vorbereitungsphase und was passiert, wenn Sie es nicht tun?


Sobald wir Toxine mit Bindern freisetzen, wird unser Körpersystem sehr belastet und der Körper wehrt sich dagegen. Das verbraucht Energiereserven und dabei werden wichtige Mineralstoffe (Selen, Zink) und Aminosäuren (Glutathion) freigesetzt. Diese fehlen dem Körper dann.


Wie bereits erwähnt sind Toxine daran beteiligt, Neurotransmitter zu blockieren. Gifte wie Quecksilber setzen sich an den Nervenleitbahnen fest und können bis ins Gehirn vordringen. Manche Toxine durchschreiten sogar die Blut-Hirnschranke und werden verdächtigt an den Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Demenz beteiligt zu sein. Auch diese Toxine im Gehirn lassen sich ausleiten. 


Bei dieser Arbeit wird grundsätzlich unterschieden, ob ein Mensch introvertiert und/oder kälteempfindlich ist, oder ob sein Wesen nach Außen gerichtet - also extrovertiert - und/oder hitzeempfindlich ist. Emotionale Zustände werden vorher ausgetestet, ob der Klient für eine Ausleitung stabil genug ist. 


Wenn diese Vorbereitungen nicht getroffen werden, kommt es zu einer Selbstvergiftung, ähnlich wie das bei Menschen passiert, die in kurzer Zeit massiv an Gewicht verlieren. Durch den Hunger greift das Körpersystem auf die Fettreserven zu, in denen jahrelang Toxine abgelagert waren und setzt diese so frei. 


Wann wird eine Ausleitung empfohlen?


  • Grundsätzlich braucht es einen psychisch stabilen Zustand 

  • Krebs-Klienten vor der Chemotherapie (zwischendurch nicht!), davor und danach 

  • Klienten, die zwei bis drei Jahre nach einer Chemotherapie einfach nicht in die Kraft kommen

  • Bei chronischen Erkrankungen

  • Wenn Suchtgifte im Spiel sind

  • Bei Zysten

  • Wenn eine Amalgambelastung vorhanden ist. (Das Quecksilber kann über die mütterliche DNA (Mitochondrien) in der der Schwangerschaft über die Plazenta von der Mutter an das Kind weitergegeben werden.) 

  • Bei Unfruchtbarkeit – wenn Frauen lange nicht schwanger werden 

  • Geht es um die Frau, den Mann, beide? zB durch Weichmacher im Blut werden Spermien irritiert und drehen sich dadurch ganz schnell – die Eizelle kann nicht befruchtet werden

  • Alle Berufsgruppen die mit Metallen zu tun haben – Goldschmied, Zahntechniker, Metallbauer, Rohrleitungsbauer, Kraftfahrzeugmechatroniker, Feinwerkmechaniker, Graveur/in, Schmuck- und Kleingeräteherstellung, Uhrmacher, Installateur, etc.

  • Migräne in Zusammenhang mit Gehirntoxinen

  • Bakterien-, Pilz-, Parasitenbelastung

  • Bei einem Scheidungsverfahren (emotionale Gifte mit ausleiten)

  • Wenn sich der Klient nicht mehr spürt

  • Bei chronischer Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsabfall


Wann darf nicht ausgeleitet werden?


  • Wenn ein Mensch instabil ist – nicht in seiner Kraft ist

  • Sehr alte Menschen (belastet das System zu sehr)

  • Wenn sich Klienten die Ausleitung aus finanziellen Gründen nicht leisten können

  • Wenn der Klient nicht will

  • In der Schwangerschaft

  • Bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Colitis ulcerosa, Morbus Chron (zwei chronische Darmerkrankungen) – wenn sich der Klient gerade in einem Schub befindet

  • Während der Partnersuche bzw. in der Verliebtheitsphase ist es nicht unbedingt empfehlenswert (grantig, toxisch + meist schlechter Mundgeruch)

  • Sportler – bei denen Turniere oder sportliche Großereignisse bevorstehen (Ausleitung verschieben)

  • ein paar Monate vor der Hochzeit

  • Wenn Babys und kleine Kinder vorhanden sind


Es ist ein sehr komplexes Thema. Wenn Sie es bis hierher geschafft haben, dann gratuliere ich Ihnen. 

Anhand eines Beispiels, möchte ich den ganzen Prozess noch ganz kurz verdeutlichen. 

Beispiel Leber:

Es befinden sich bei einem Klienten Toxine in der Leber, die durch einen Bluttest und dem kinesiologischen Muskeltest eruiert wurden. Der Muskeltest funktioniert bei dem Klienten jedoch nicht und es gibt eine Blockade – das kann sich in einem langanhaltenden Kampf-Flucht Reflex äußern. Der Muskeltest zeigt einen Block.

Der Klient verhält sich im Gesamtbild starr, Wandlung und Flexibilität sind nicht so gut ausgeprägt. Starre findet sich auch bei seinen Gefühlen und Gedankengängen. Es testet unter anderem ein sogenannter "Unerlöst-seelischer-Konflikt" (USK), der bis heute nicht umgewandelt werden konnte und so die Ausleitung unmöglich macht.

Es fehlt ihm auch der Mut. Der Klient will nichts beginnen/verändern. Eine Ausleitung in diesem Stadium anzubieten wird sich als schwierig erweisen. Eine sehr gute Motivation ist gefragt. Vorsichtig mit Druck umgehen – die Leber mag ja keinen Druck. Fragen wie: „Wie haben Sie sich früher gefühlt…. „ führen eher zum Ziel. 

Erst wenn diese Vorbereitungen zu Ende sind, kann mit der eigentlichen Ausleitung begonnen werden. 


All die Klienten, die sich so einem Procedere in guter Begleitung unterzogen haben, sprechen danach davon, als wären sie in einen Jungbrunnen gefallen.

Sie sind viel gelenkiger, haben kein Völlegefühl mehr und stehen in der Früh viele leichter auf. Der Schlaf ist tiefer und erholsamer und alle sprechen von einem unglaublich klaren Kopf, der sich wie freigeräumt anfühlt. 


Wenn Sie Interesse an so einer Ausleitung haben, dann melden Sie sich für Anfang März 2020 an. In einem unverbindlichem Vorgespräch können wir klären, ob dieser Weg der richtige für Sie ist. abundzu@freiraeumen.com




Jan 19

Eine Anleitung für dauerhafte Veränderung

By Robert Pap | Blog

Ein ganz neuer Weg für dauerhafte Änderungen im Leben


Viele von uns sind Gewohnheitsmenschen und meiden Veränderungen. Manche haben sogar richtig Angst vor Änderungen, sei es in der Beziehung, am Arbeitsplatz oder beim Essen und nehmen automatisch an, dass es sich nur zum Schlechten hin ändern kann. Deshalb lassen wir es lieber so, wie es ist.

Lieber der bekannte Schmerz, als das unbekannte Glück.

Doch manchmal gibt es Dinge, Eigenschaften oder Beziehungen, da sehen selbst die sicherheitsbedürftigen Menschen ein, dass jetzt etwas getan werden muss. Sie müssen diese eine Eigenschaft an sich unbedingt ändern und am besten sofort.

Erst gibt es also die jahrelange Gewohnheit, wenig Änderungen und viel Routinen, dann die Einsicht, JETZT muss sich was ändern. Und dann funktioniert es nicht. 

Ich staune immer wieder über die überraschten Gesichter jener Klienten, die keinerlei Übung in Flexibilität, Loslassen und Handlungsbereitschaft haben, aber erwarten, dass eine Änderung ganz leicht vonstatten geht. Es ist doch bloß eine kleine Verhaltensänderung:

  • mehr zuhören

  • weniger Angst

  • mehr Selbstvertrauen

  • weniger naschen

  • sich endlich selbstständig machen

Gerade jene Menschen, die viel Sicherheit im Leben brauchen und an Gewohnheiten und Menschen festhalten, tun sich meist auch schwer mit dem Loslassen. Veränderungen und loslassen – oder wie ich es nenne: Freiräumen – gehören zusammen, denn bevor wir etwas Neues in unser System hinzufügen (eine neue Verhaltensweise) braucht es etwas, was gehen darf. Es ist wie ein Gefäß, das zuerst geleert werden muss, bevor neu eingefüllt wird.

Gehen wir einen Schritt in die Betrachtung von Veränderungen.

Was können wir bewusst wirklich ändern? 

Andere Menschen und deren Verhalten? Schwierig. Umgebungseinflüsse, die unser Leben stark prägen, wie zum Beispiel die Arbeit. Das braucht Mut nach dem Motto LOVE IT, CHANGE IT OR LEAVE IT. 

Es gibt auch noch einen ganz anderen Weg. Nein, es ist nicht der Weg über uns selbst. Das wäre ja nichts Neues. 

Fünf Schritte sind nötig: 

1

Zuerst fordern Sie etwas ganz allgemein ein. Sie wissen genau, dass sich etwas ändern muss, haben bis heute jedoch nie etwas eingefordert. Tief in Ihnen drinnen merken Sie aber, dass es nötig ist, eine Forderung zu stellen. Es braucht keine konkrete Forderung, sie muss nicht einmal an eine Person oder an Sie selbst gerichtet sein. Es reicht vorerst einmal, dass Sie etwas fordern, damit sich etwas ändert.

Es ist dabei Ihr System ganz offen. Es ist egal, wie, was, wer oder wann sich etwas ändern soll. Sie fordern es einfach einmal ein. Aber Achtung! Damit bringen Sie einen Stein ins Rollen. 

Merken Sie das? Es ist das Gegenteil von "an-etwas-festhalten", aus Angst es verlieren zu können. Egal ob es Dinge oder Menschen sind. Wenn Sie etwas fordern, werden Sie proaktiv. Sie schreien es hinaus in die Welt und fordern es ein.

Dabei ängstlich sein? Das ist unmöglich.

Mutig und laut sein ist angesagt. Schreien Sie es hinaus. 

Dann warten Sie. Gehen Sie in sich. Laufen Sie im Wald oder atmen Sie ganz bewusst während einer Meditation. Machen Sie es auf Ihre Art und Weise. Gehen Sie in sich. Und dann stellen Sie eine ganz bestimmte Frage: 

2

"Was braucht mein derzeitiger Zustand, damit sich etwas ändert?"

Klienten sprechen von einer Tür, die dann aufgeht. Ein Gedanke, ein Bild, ein Symbol oder ein Mensch taucht vor Ihrem inneren Auge auf. Die Antwort ist meist sofort da. Sie muss nur richtig gedeutet werden. Und zwar bevor sich der kritische Verstand einschaltet. 

Es braucht ein wenig Übung

und einen aktiven vorderen Vagusnerv, 

um die Botschaften aus dem Unbewussten deuten zu können. Dieser lässt sich aktivieren. Darüber werde ich in einem nächsten Beitrag berichten.

Aber es gibt diese Momente, so ähnlich wie im Wachtraum oder in einer angeleiteten Meditation. Es tauchen Eindrücke auf, die uns tief berühren, die eine Möglichkeit aufmachen. Es ist wie ein neuer Geschmack. Staunen, Neugierde und Unsicherheit sind plötzlich da. Vielleicht auch nur für einen kurzen Moment. Das ist gut so. 

"Wow, soll ich wirklich diesen Weg gehen?" kommt dann vielleicht.

Um hier ein deutliches Ja sagen zu können, braucht es innere Landschaften ohne Zäune. Eigens erschaffene Begrenzungen wie Verbote, Schwüre und Gebote dürfen jetzt weichen. 

Das ist meist ein Schlüsselerlebnis. Da entscheidet es sich für viele meiner Klienten, ob sie den Weg zum Gipfel nehmen oder ins Basiscamp umkehren. Manchmal braucht es ein paar Wochen, um dieses Ja zu der Antwort auf die gestellte Frage klar spüren zu können. 

3

Ist die Antwort klar zu spüren, aber noch ein Zweifel vorhanden, dann folgt die Bitte und eine aktive Handlung, damit sich die alten Muster, die Sie selbst ins Leben gerufen haben, verabschieden können. Das ist Arbeit an sich, genaues Hinschauen, welche Werte und einschränkenden Glaubenssätze einen prägen. Es ist nicht ratsam diesen Prozess alleine durchzuführen. Dazu braucht es einen erfahrenen Menschen, der Sie dabei begleitet. 

4

Zeitgleich und manchmal auch überlappend folgt eine klare innere Entscheidung zu einer Handlung. Es reicht eben nicht nur, eine Forderung und eine Frage zu stellen und dann einfach nur zu warten, bis etwas passiert. Es braucht auch ein aktives Handeln. Sonst ändert sich nichts.

Es gibt jede Menge Leute da draußen, die behaupten, dass wir einfach nur ganz konkret bitten müssen, Ziele setzen und stark genug visualisieren sollen, damit wir das Ergebnis in Empfang nehmen können. So funktioniert es jedoch nicht.

Wenn Sie sich weigern, im richtigen Moment etwas Entscheidendes zu tun, dann wird genau das eingeschränkt, was sich in Ihrem Leben zeigen will. 

Der Satz: "Was kann ich heute konkret tun, damit sich das Neue deutlich zeigen kann?" hilft Ihnen, wenn Sie wissen wollen, welche Handlungen Sie setzen können.

Unsere Gesellschaft hat jedoch noch eine riesige Hürde kreiert. 

Entscheidungen beinhalten eine Gefahr. Es könnte die falsche Entscheidung sein. Viele von uns würden sich am liebsten nur ein paar Mal im Leben entscheiden müssen. Der richtige Partner, das beste Waschmittel und der ideale Urlaubsort. Wir funktionieren so. Eine Marke einmal zufrieden gekauft, bleiben die meisten von uns dabei. Das ist der Grund, warum unsere Kinder bereits von Marken umworben werden. 

Der Sparefroh und dazu die Hausbank. Ein Leben lang.  

Als Erwachsene fürchten wir uns vor Lebensentscheidungen. Weil wir bewerten. Wir meinen, beurteilen zu können, ob der Weg links schlechter sei als der Weg geradeaus oder rechts. 

Wie wäre es, wenn es keine schlechten oder guten Entscheidungen gäbe? Was, wenn es hieße: Ich entscheide mich, und wenn es schlecht ausgeht entscheide ich mich neu. Und wenn es gut ausgeht, dann wähle ich mehr davon. Je öfter Sie gut ENTSCHEIDEN üben, desto mehr erleben Sie einen Widerspruch. Es gibt nämlich keine absoluten guten oder schlechten Entscheidungen.

Es gibt ängstliche Bewahrer und mutige Entscheider. Je mehr Sie üben, desto eher verflüchtigt sich die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Es ist eine Frage des proaktiven Handelns. 

Wenn Sie etwas sehen, was Ihnen gefällt, dann sind Sie auch bereit, einen Einsatz zu leisten und etwas dafür zu tun, damit Sie es auch bekommen. Spielerisch am besten.


Beginnen Sie damit die Veränderungen einzufordern, stellen Sie dazu eine offene Frage und eine Bitte, um entscheiden zu können und handeln Sie. 

5

Der letzte Schritt in diesem Prozess ist das Annehmen. Und zwar bedingungslos. Damit sich Dinge, Ereignisse und Menschen in Ihrem Leben dauerhaft ändern, müssen Sie bereit sein, alles anzunehmen, was sich in diesem Prozess offenbart. 

Ohne Bewertung. 

Das verlangt ziemlich viel ab, doch wenn Sie es nicht bewerten, nimmt es meist den Schrecken. Wer nicht weiß, was das bedeutet, bleibt neugierig und gewinnt dabei wieder Vertrauen ins Leben. Denn wir können nicht alles in unserem Leben kontrollieren. 

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten wie Ihr Leben weiter geht. Es ist jenseits unserer Vorstellungskraft, was passiert, wenn wir die inneren Barrieren und Zäune abreißen und über diese Begrenzungen hinausgehen. 

Damit sich Ihre Welt auch so darstellen kann, wie Sie sich das wünschen, braucht es aber auch Veränderungen bei den anderen Menschen um Sie herum. Und das braucht Zeit.

Sie bitten vielleicht heute um eine dauerhafte Verhaltensänderung in Ihrer Beziehung und erhalten diese vielleicht erst nächstes Jahr. Es kann aber auch schon morgen Früh sein.

Ein Ton auf der einen Gitarre gezupft, bringt unmittelbar dieselbe Saite bei einer daneben stehenden Gitarre zum Tönen.   

Seien Sie sich bewusst, dass es keine falsche Entscheidung gibt. Wir wissen es einfach nicht. Es wird etwas passieren. Sie haben bereits damit angefangen! Gerade jetzt, in dem Sie diese Zeilen gelesen haben. 

Und denken Sie daran, dass es sein kann, dass das Ergebnis komplett anders aussieht, als Sie sich das jemals vorgestellt haben.

Jan 13

Eine durchmachte Nacht fordert ihren Tribut

By Robert Pap | Blog

Eine durchmachte Nacht fordert ihren Tribut


Endlich wieder einmal ein tolles Fest. Meine Schwester kündigte eine große Feier anlässlich eines sehr runden Geburtstags an und ich freute mich darauf. 

Die Nacht davor war bereits sehr kurz und ich nahm mir vor, mich am Nachmittag noch kurz hinzulegen. 

Doch daraus wurde nichts. Also rein ins Vergnügen. Um 4:00 bin ich dann ins Bett gefallen und war 25 Stunden ohne Schlaf.


Was dann folgte, war eine Aufholjagd meines Körpers, den versäumten Schlaf wieder einzuholen. Ich stellte keinen Wecker, hatte keine Termine und gab dem Schlafbedürfnis einfach spontan nach.

Ich verbrachte das Wochenende damit, wieder auf Schiene zu kommen. Hier meine Wach- und Schlafphasen:

Meine normale Schlafdauer in drei Nächten: 6,5x3= 19,5 Std.

Schlafdauer in drei Nächten nach der durchmachten Nacht: 23 Std.

Gegen allen Erwartungen schlief ich nicht alles auf einmal nach und blieb bis nach Mittag im Bett, sondern wachte bereits um 8:00 auf. Mein Biorhythmus dürfte da wohl stärker gewesen sein, weil ich ein extremer Frühaufsteher bin. 


Spannend für mich war neben dem um 3,5 Std längeren Schlafbedarf in den zwei Folgenächten, dass ich auch eine deutliche verringerte Muskelkraft verspürte. Mein tägliches Training, das aus Dehnungsübungen und Aufbau der Rückenmuskulatur besteht, war deutlich eingeschränkt. Ich hatte einfach nicht so viel Kraft. Von der Motivation wollen wir lieber nicht reden. 


Das recht analytische Ergebnis ist also das, was wir alle wissen: mit 50+ macht sich eine durchwachte Nacht viel deutlicher bemerkbar, als in den Jahren davor 

Die Botschaft an die Jungen: feiert, so lange ihr es könnt! Die Botschaft an die Gleichaltrigen und Älteren: feiert, so lange ihr es noch könnt!


Mich würde interessieren, wie es Ihnen beim Schlafen geht. Angeblich hat ja jeder vierte Österreicher Schlafprobleme. 


Schreiben Sie mir, dann kann ich dazu ein paar hilfreiche Tipps zusammenfassen.

Jan 13

Toxine im eigenen Körper und die nicht erreichten Ziele

By Robert Pap | Blog

Toxine im eigenen Körper und die nicht erreichten Ziele. TEIL 1

Wie bereits in den letzten freigeräumten Gedanken angekündigt, schreibe ich heute den ersten Teil über das Thema Toxine und Ausleitung.


Ich muss gestehen, dass ich den Begriff vor meiner dreijährigen Kinesiologie-Ausbildung gar nicht richtig verstanden habe. Ich komme ja aus der naturwissenschaftlichen und technischen Ecke und hatte ein Bild von Blutegel und Aderlass im Kopf.


Ich staunte nicht schlecht, als ich mitbekam, dass Toxine in unserem Körper dafür verantwortlich sein können, warum wir beispielsweise unsere Ziele nicht erreichen. 


Damit das Belohnungszentrum im Gehirn mit den Hormonen Dopamin und Serotonin beim Erreichen eines Zieles aktiv werden kann, braucht es andere Stoffe, nämlich Neurotransmitter, damit diese Glückshormone überhaupt erst produziert werden können. 


Toxine wie Quecksilber, Blei, Aluminium, Cadmium  und viele andere Gifte werden dafür verantwortlich gemacht, dass genau diese wichtigen Neurotransmitter gar nicht mehr im Körper gebildet werden können.


Um das zu verstehen, entnehme ich ein Beispiel aus der Natur. Wenn es in einer Stadt wie Wien nicht mehr so gleichmäßig verteilt regnet, wie in den Jahrzehnten davor, so kann es sein, dass der Grund dafür darin liegt, dass es wesentlich weniger Bäume gibt, als noch vor 50 Jahren. In den 70er und 80er Jahren hat es außerdem in regelmäßigen Abständen normal starke Gewitter gegeben. 

Ob es mehr als heute waren, kann ich nicht sagen, aber die Luft war durch mehr Bäume sicher feuchter. Und die Stadt war im Sommer auch nicht so heiß. 


Die Wetterereignisse heutzutage sind - wie viele von uns wissen -  viel heftiger. Auf lange Trockenzeiten folgen dann wieder heftige Regenfälle.


In unserem Körper sind die Neurotransmitter vergleichbar mit den Bäumen in einer Stadt. Haben sie früher fast flächendeckend bei der Photosynthese CO2 gebunden und Sauerstoff und Wasser abgegeben, dann war die ganze Stadtluft durch die vielen Bäume besser. Fehlen sie, dann ist die Luft trockener und mit weniger Sauerstoff angereichert. 


Die Neurotransmitter sind Botenstoffe des Nervensystems und werden von unserem Körper gebildet. Sie leiten Reize von einer Nervenzelle zur nächsten Nervenzelle über die elektrische Ladung zwischen den Synapsen weiter. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass wir uns freuen, wenn wir ein Ziel erreichen. Immer mehr Menschen freuen sich jedoch nicht mehr, wenn sie ein Ziel erreichen. Wissenschaftler nehmen an, dass der Grund in der hektischen Betriebsamkeit liegt, zu wenig Zeit vorhanden ist und die Kultur für das Feiern verloren gegangen ist.


Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Ziele deswegen nicht erreicht werden können, aufgrund eines Ungleichgewichts der Gehirn-Chemie in Bezug zu den Neurotransmittern.


Symptome eines Ungleichgewichts sind:

  • Burnout

  • Ich möchte, doch ich kann nicht

  • Stimmungsschwankungen

  • Angst- und Panikattacken 

  • Schlafstörungen

  • Lern- und Gedächtnisstörungen

  • ADHS

  • Morbus Parkinson (steht stark in Bezug zu Dopamin – Nervenreizweiterleitung zum Muskel)

  • Übergewicht

Neurotransmitter sind verantwortlich für unsere Zu- bzw. Abneigungen, bestimmen unsere Persönlichkeit, unsere Gefühle, unser Befinden und sogar unser Essverhalten.


Nehmen wir uns ein Ziel vor und erreichen es dann auch, stellt sich normalerweise ein Glücksgefühl ein, weil im Gehirn durch die Neurotransmitter das Glückshormon Dopamin freigesetzt wird.


Durch abgelagerte Toxine im Körper kann es im Laufe vieler Jahre dazu kommen, dass die notwendigen Neurotransmitter für dieses Glücksgefühl nicht mehr gebildet werden können und sich somit auch keine Glücksgefühle einstellen. 


Viele Menschen, bei denen das Glücksgefühl im Laufe des Lebens weniger geworden ist, meinen, dass es mit der Reizüberflutung und den immer höheren Ansprüchen zu tun hat. 

Anderen Menschen fehlt die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Sie lassen sich viel zu häufig ablenken und erreichen deswegen ihre Ziele nicht. 

Das kann natürlich sein, doch die angereicherten Toxine im eigenen Körper spielen da auch mit. Werden sie im Laufe des Lebens zu viel und nicht ausgeleitet, dann schlägt sich das auf die Konzentrationsfähigkeit, die Leistung und auf das Glücksempfinden nieder.


Wer hilft uns eigentlich, die jahrelang aufgenommenen Gifte wie Aluminium, Arsen, Palladium, Nickel, Quecksilber, Blei, Cadmium wieder loszuwerden?


Wussten Sie, dass diese Toxine in vielen Produkten des täglichen Bedarfs in nicht deklarierten Mengen enthalten sind? Cadmium im Schmelzkäse und Zahnpasta, Quecksilber in pandemischen Humanimpfstoffen und in allen tierischen Impfstoffen. Viele dieser Toxine gehen über die Blut-Hirnschranke und werden in Gehirnzellen abgelagert. 


Klienten, die eine Ausleitung und damit einhergehende Entgiftung durchgemacht haben, sprechen während der Ausleitung von einem tiefen Tal der Emotionen, wenn Toxine freigesetzt werden. Wie das genau abläuft und welche damit verbundenen Gefahren verbunden sind, werde ich noch erläutern. Nach einer Ausleitung fühlen sich die Menschen wie neu geboren.


Bei Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz und Parkinson sind die Gehirnzellen degeneriert. Aus diesem Grund kann die elektrische Übertragung nicht mehr adäquat durchgeführt werden. Davon sind immer mehr Menschen betroffen; nicht nur die Alten. Die Forschungen laufen auf Hochtouren, aber es gibt noch keine endgültige Gewissheit, warum unsere Gehirnzellen degenerieren.

Besteht womöglich ein Zusammenhang zwischen der toxischen Belastung und unserer Willenskraft? Was passiert in unserem Körper, wenn wir uns Ziele vornehmen, sie aber nicht in dem gewünschten Maß erreichen. Wir arbeiten an der Prokrastination (Dinge aufschieben) und nehmen Nahrungsergänzungsmittel  zu uns, um uns besser konzentrieren zu können. Doch was, wenn eine viel stärkere Kraft zurückhält? 


Das Gehirn bis ins hohe Alter zu trainieren ist sicher ein guter Ansatz, doch wenn die Zellen vergiftet sind, dann braucht es einen ganz anderen Ansatz. 


Die Ausleitung von Toxinen.


Darüber werde ich im zweiten Teil berichten.

Jan 05

Fallbeispiel Michael – VIER von 4: Nie wieder arbeiten, ein homosexueller Sohn und NEID

By Robert Pap | Blog

Fallbeispiele Michael – DREI von 4: Nie wieder arbeiten, ein homosexueller Sohn und Neid


Heute möchte ich mit dem vierten und letzten Teil meines Berichts zum Fallbeispiel "Michael" starten.

Michael steht als Synonym für viele Menschen, die sich bei der Suche nach einer Verbesserung oder Veränderung im Leben verlaufen haben.


Für all jene, die Michaels Geschichte nicht von Anfang an gefolgt sind gibt es hier die Details:

EINS von 4

ZWEI von 4

DREI von 4


Was bisher geschah:

Michaels Sohn Lukas studiert gar nicht und hat seinen Vater jahrelang angelogen. Er nahm unter Vorwand Geld fürs Studium von seinem Vater an, verprasste es dann aber mit Gaming und Drogen.

Während des Coaching-Prozesses erfuhr Michael, dass sein Sohn homosexuell ist und heiraten will. Von da an war sein ruhiges Leben und sein sicherer Job als angestellter Programmierer mit einem Schlag auf den Kopf gestellt. So kam er zu mir, weil er davon hörte, dass ich unorthodox arbeitete und rasch zu einem Ergebnis komme.


Er ging auch die anderen möglichen Stellen durch, an die er sich wenden hätte können:

– Apotheke

– Hausarzt

– Psychotherapeutin

– Shiatsu-/Yoga-/QiGong- Schule

– Energetiker

– TCM-Wahlärztin

– Neurologe


Sein Gefühl sagte ihm aber etwas anderes. Er wollte weder ein Beruhigungsmittel noch diese endlose Sitzungen über Mama und Papa. Er wollte auch keine lindernde Körperübungen erlernen und schon gar nicht seine Aura reinigen lassen. 

„Ich brauche jemanden, der die Sache von außen betrachten kann und dann eine Lösung für mich parat hat.“


Michael war wütend und bekam von vier Freunden vier verschiedene Tipps, wie er mit seinem Sohn umgehen solle. 

„Dem würde ich einmal die Leviten lesen!“

„Jetzt hab doch Verständnis. Du hast dich gegenüber deinen Eltern auch nicht immer korrekt verhalten.“

„Such´ das Gespräch und wenn er ausweicht, dann setz´ klare Grenzen!“

„Brich sofort den Kontakt ab, damit er nachdenken kann, was er da für einen Scheiß gebaut hat.“


Michael war verwirrt. Er hatte Konzentrationsschwierigkeiten, sah plötzlich viel schlechter und konnte kaum mehr schlafen. Meine telefonische Sofort-Empfehlung, eine fernöstliche Technik „Zählen & Atmen“ anzuwenden, half bei Michael nichts.


Nach der ersten Coaching-Einheit in der Natur, beruhigte er sich etwas. Er musste erst einmal jemanden haben, der ihm zuhörte und nicht gleich Tipps aus seinem eigenen Leben gab. Das mit seinen Freunden nervte Michael ungemein. Er wollte aber auch nicht die Freundschaften aufs Spiel setzen. Es war ja alles gut gemeint, aber eben nicht brauchbar. 


Drei Tage später legte er sich auf die Liege und ich arbeitete mit dem genialen Muskeltest.

Es folgte der für mich spannendste Teil meiner Arbeit, der sich von allen Herangehensweisen der westlichen Medizin deutlich unterscheidet.


Das Sich-leiten-lassen, durch ein mir unbekanntes Körpersystem. Weder Michael noch ich wussten, wohin diese Testserie führen werde. 


Eine der fünf Ebenen, die wie ein Astsystem aufgebaut sind, testete positiv. Es war die strukturelle Ebene. Im Ursprung sprang sein Lymphsystem an, es fehlten ihm grundlegende Substanzen und er hatte Gift im Körper. Das war jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht relevant.

Es brauchte eine Sofortlösung, damit Michael wieder schlafen und arbeiten konnte. 


Ich stellte mit Hilfe des Muskeltests fest, dass seine Darmklappen nicht funktionierten und balancierte sein Körpersystem mit konkreten Anwendungen und Empfehlungen. 


Ich war wie immer fasziniert, wie die Zusammenhänge im Körper funktionierten. Und das Ergebnis gab mir recht, denn bereits nach der ersten Anwendung konnte Michael schlafen. So, als wenn sich etwas gelöst hätte. 


Wir sind meist so fixiert auf die Linderung eines Symptoms, dass es uns gar nicht in den Sinn kommt, dass die Heilung ganz woanders stattfinden kann. 


Bereits nach der dritten kinesiologischen Anwendung beruhigte sich sein Körpersystem und sein emotionales Grundgerüst war nach ein paar weiteren Coachingeinheiten über Werte, Teilpersönlichkeiten und Gedankenhygiene wieder hergestellt. In der Arbeit definierte Michael für sich, was wesentlich ist.  

Es vergingen sechs Wochen der intensiven Arbeit an sich selbst und Michael erfuhr in einem längeren und ernsten Gespräch mit seinem homosexuellen Sohn, dass der zukünftige Schwiegersohn sehr vermögend ist, weil er an der Börse mit Nasdaq vor vielen Jahren zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Er wusste auch, was er in kurzer Zeit gut kann.


„Wie vermögend?“ frage ich ihn.

„Er braucht in diesem Leben nicht mehr zu arbeiten.“ antwortete Michael. 

Er schaute mich auf eine Art an, die ich nicht sofort verstand. 

Er sah nicht zufrieden aus, obwohl er sich doch eigentlich mit seinem Sohn freuen sollte.


Es kam noch eine Nachricht dazu, die Michael wieder extremen Stress verursachte.


„Wir ziehen gleich nach der Hochzeit nach Thailand!“ hatte Lukas stolz herausposaunt, ohne zu bemerken, was er da seinem Vater antat.

Michaels Groll war deutlich zu spüren, als er mir das erzählte, denn sein Leben hatte er sich durch Fleiß und Disziplin Schritt für Schritt mit vielen Entbehrungen aufgebaut und er machte sich Sorgen um seinen Sohn. Gleichzeitig bemerkte er, dass er sich schwer tat, wirklich loszulassen. Lukas war kein Kind mehr, doch er behandelte ihn so.

 

„Was ist es wirklich, was Sie so quält? fragte ich ihn. 


Sein Sohn war 26 und entschied sich einfach nur für ein anderes Leben, als er es lebte. 


Es folgte lange Zeit nichts. 


Ein fragender Blick. 


Dann die Gefühlsregung im Gesicht und die Tränen. 


„Endlich löst sich etwas in ihm. Schön.“ dachte ich mir.


„NEID.“ sagte er nach einer längeren Nachdenkpause und schnappte sich verlegen ein Taschentuch. 

„Ich bin auf das Leben meines Sohnes neidisch!“ schluchzte er und atmete heftig ein und aus. 

„Gleichzeitig habe ich Angst um ihn, dass er sein Leben nicht hinkriegt und von seinem Freund abhängig wird.“


Alleine die Ehrlichkeit und die damit verbundene Erkenntnis verschaffte Michael Leichtigkeit. Er schüttelte ungläubig den Kopf, nahm einen kräftigen Schluck Wasser und meinte dann: 

„Komisch, das habe ich so noch nie gesehen und schon gar nie jemanden gesagt. Jetzt ist es draußen. Das tut gut!“


Er lächelte mich an und sah ganz befreit aus. 

„Sind Sie bereit, dass wir uns ihr Lymphsystem und die Vergiftungen einmal näher ansehen?“

„Ja!“


In den folgenden Wochen wechselten wir den Modus zwischen Coaching und kinesiologischer Anwendung ab, um sowohl für die emotionale Stabilität aber auch für die Entgiftung etwas zu tun.

Eine Ausleitung der Gifte ist eine langwierige Angelegenheit, die emotionale Schwankungen mit sich bringt. Darüber habe ich Michael informiert, doch er wollte es jetzt gründlich angehen und bemerkte das komplett neue Lebensgefühl.


„Wie würden Sie ihren Gefühlszustand vor der Nachricht Ihres Sohnes und jetzt – drei Monate danach – beschreiben?“ fragte ich Michael.

„Im Nachhinein betrachtet, war dieses Wachrütteln zwar schmerzhaft aber anscheinend auch notwendig. Ich habe davor funktioniert und alles war wie im Nebel eingelullt. Jetzt fühle ich mich lebendig und voller Tatendrang! Und ich habe eine Frau kennengelernt.“


»Ich würde alles noch einmal so machen, wie ich es getan habe. Bis auf eine Ausnahme: Ich würde früher bessere Berater suchen.«
Aristoteles Onassis, Griechischer Reeder

PS: Wenn das für Sie interessant ist, das einmal auszuprobieren, dann melden Sie sich für eine kinesiologische Anwendung schon einmal an. Ab März habe ich eine Praxis im ersten Bezirk. Als Einführungsangebot gibt es um € 130,- zwei Behandlungen zum Preis von einer. 


Was eine Ausleitung genau ist, wie sie funktioniert und was es mit uns macht, darüber werde ich in einem der nächsten freigeräumten Gedanken berichten.

Dez 29

Fallbeispiele Michael – DREI von 4: Die Darmklappen, die Sehschwäche und zwei durchwachte Nächte

By Robert Pap | Blog

Fallbeispiele Michael – DREI von 4:
Die Darmklappen, die Sehschwäche und zwei durchwachte Nächte


Heute möchte ich mit dem dritten Teil meines vierteiligen Berichts zu den Fallbeispielen von Michael starten.

Michael steht als Synonym für viele Menschen, die sich bei der Suche nach einer Verbesserung oder Veränderung im Leben verlaufen haben.


Hier können Sie den ersten Teil und zweiten Teil nachlesen.


Nachdem Michael sich nach einigen Coachings und kinesiologischen Balancen wieder auf sich fokussieren und wieder seine gewohnte Leistung bringen konnte, dankte er mir. Er hob vor allem meine Erreichbarkeit per WhatsApp abends und am Wochenende hervor. Das hatte ihm enorm viel Sicherheit gegeben, weil er wusste, dass er sich in einer Situation, wo er nicht mehr weiter wusste, kurz melden konnte. Das hatte er zwar nur einmal kurz in Anspruch genommen, doch viel öfter daran gedacht. Die kinesiologischen Anwendungen hatten ihm sehr gut getan und waren für ihn überraschend abwechslungsreich.

– Es gab kräftigende Massagen

– Lockernde Schröpfgläser

– Wachmachende Konzentrationsübungen

– Auflösende Glaubenssätze 

– Zielsätze, die wirkten und 

– Affirmationen die beruhigten


Doch das gedachte Ende der Sessions währte nur kurz, denn bereits eine Woche nach unserer Verabschiedung meldete er sich.

„Kann ich Sie dringend sprechen?“ 

schrieb er mir um 21:00. 

Meine Frau weiß, dass ich diesen Notdienst anbiete und er manchmal in Anspruch genommen wird. Also gibt es bei uns zu Hause die Übereinkunft, dass kurze Telefonate weit außerhalb der Kernarbeitszeit völlig in Ordnung sind. Ich bin dafür untertags sehr oft zu Hause und bringe mich im Haushalt ein. 


Ich rief also sofort zurück. Michael war außer sich und sagte: 

„Ich hatte vorgestern ein Gespräch mit meinem Sohn Lukas. Er offenbarte mir, dass er homosexuell ist und demnächst heiraten wird. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin da sehr offen. Jeder soll seinen Neigungen nachgehen und glücklich werden. Auch mein Sohn. Ich habe aber das Gefühl, dass er mir schon wieder etwas verheimlicht hat. Das macht mich fertig. Ich konnte die letzten beiden Nächte kein Auge zu tun. Wann haben Sie Zeit?“

Der Ärger kam also wieder hoch. Schlafentzug geht an die Substanz, trübt die Sinne und vergiftet innerhalb kurzer Zeit den Körper, weil die Nieren nicht mehr ordentlich ausscheiden können.

Ich fragte Michael, was ihn daran hindert, einzuschlafen. 

„Es sind meine Gedanken, die durch meinen Kopf rasen. Ab und zu sehe ich bei geschlossenen Augen Blitze und bemerke vor dem Bildschirm manchmal Doppelbilder und sehe unscharf. Mein Kopf zuckt manchmal von den Blitzen, so wie wenn ich erschrecke.“

Michael ist durch die Übermüdung und durch den Ärger auf seinen Sohn doppelt belastet. Die Augen werden der Leber zugeordnet, die bei Ärger sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Die beschriebenen Symptome deuten bereits auf eine psychosomatische und somatopsychische Wechselwirkung.

Die Emotion beeinträchtigt das Organ und die Organschwäche führt zu innerer Unruhe. Die zunehmende Schwierigkeit, Dinge scharf zu fokussieren und die Doppelbilder hängen mit einer Unterversorgung und Übermüdung der Muskeln im Auge zusammen.


Ich rate ihm dringend dazu, gleich am nächsten Tag zu einem Arzt zu gehen, um auszuschließen, dass es sich um hormonelle Veränderungen mit Langzeitschäden handelt. Zwei durchwachte Nächte wirken bereits auf das vegetative Nervensystem und beeinträchtigen viele physiologische Vorgänge im Körper. Schlafstörungen beeinflussen die Hormonausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin, die wiederum den Sympathikus (Beschleuniger) und Parasympathikus (Bremser) zu schaffen machen. 

Die beiden sorgen unter anderem für das Gleichgewicht der lebenswichtigen Funktionen Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung und Stoffwechsel. Störungen in diesen Bereichen wirken sich bei einigen Personen sehr rasch auf die Leistung der Augen aus.

Wenn die Hormone Melatonin, Dopamin und Serotonin aus dem Gleichgewicht geraten, kann es zu depressiven Verstimmungen und zu einer erhöhten Stressanfälligkeit kommen. Auf direktem oder indirektem Weg (dauerhaft erhöhter Adrenalinspiegel) kommt es dann wieder zu einer Beeinflussung des vegetativen Nervensystems mit eventuellen Folgen für die Augen oder den Sehsinn allgemein. 


Michael winkt ab. Er braucht keinen Arzt. Er ist nicht krank. Ich rate ihm trotzdem, genau zu beobachten ob

  • sich der Leidensdruck erhöht

  • die Symptome sich nach einigen Tagen legen

  • sich die Sehstörungen verschlimmern

  • oder dauerhaft bestehen bleiben

  • andere Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Schmerzen hinzukommen

Für die bevorstehende Nacht empfehle ich Michael eine Übung eines vietnamesischen Mönchs namens Thích Nhất Hạnh. Es handelt sich um die Achtsamkeitsübung der Zahlenleiter. 

Ich habe sie etwas modifiziert und visuell gestaltet. Einfach draufklicken und runterladen.

Wenn das nichts hilft, soll er sich in der nächsten Nachtapotheke ein rezeptfreies pflanzliches Mittel mit Baldrian besorgen.


Am nächsten Morgen telefonieren wir noch einmal. Michael hatte wieder fast nichts geschlafen. Er fragte mich, ob er zu mir kommen kann und ich räumte einen Termin ein. Ich bat ihn auf den Massagetisch und er erzählte mir sehr lebendig, was ihn alles beschäftigte. Ich bemerkte seine Aufgeregtheit, aber auch seine Erschöpfung.

Viele von uns, die einem Menschen in einer Notsituation erleben, neigen dazu, aus der eigenen Erfahrung Tipps zu geben. Zu 99% liegen wir jedoch damit falsch. 

Bei jeder kinesiologischen Anwendung braucht es daher Vortests, die Auskunft darüber geben, ob das Körpersystem überhaupt bereit ist. Danach leitet nicht der Kinesiologe die Sitzung, sondern der Klient selbst. Wohin die Reise geht, wird mit Hilfe des Muskeltests eruiert. 


Die Funktionskreise von Herz, Kreislauf, Leber, Galle und Niere waren bei Michael stark geschwächt. Sein Wunsch war diesmal ganz klar ein anderer. Er möchte wieder schlafen können. 


Nun folgt ein sehr spannender Teil, der sich von allen Herangehensweisen der westlichen Medizin deutlich unterscheidet. Während der gesamten Anwendung ließ ich mich durch das Körpersystem von Michael mit Hilfe des Muskeltests leiten. 

Das geniale an dieser Anwendung ist, dass wir beide nicht wissen, wohin diese Testserie führen wird. Es bestehen fünf Ebenen, die wie ein Astsystem aufgebaut sind. Einer dieser Ebenen wird über den Muskeltest anzeigen, was genau stresst und wie es ausbalanciert werden kann. Auf jedem der Äste befinden sich weitere Verzweigungen, die schließlich zu einer konkreten Anwendung führen.

Ich testete bei Michael die Ebene Drei; die Biochemische-Ebene


Im Bild ist zu sehen, dass es einen ockerfarbenen Teil gibt der als Ursprung bezeichnet wird. Manchmal ist es für den Klienten relevant und hilfreich, zu wissen, woher die Symptome kommen. Bei Michael testeten auf Nachfrage die „Lymphe“, „Entgiftung“ und „fehlende Substanzen“. Hier eine detaillierte Übersicht einer der 5 Ebenen.

Im grünen Teil der Abbildung befinden sich die konkreten Anwendungsmöglichkeiten. Sie sind alle durchnummeriert. Mit einem Indikatormuskel wird nun getestet, welche Anwendung konkret das Körpersystem von Michael ausgleicht. Es war die Darmklappenbalance.

"Der Darm hat doch nichts mit den Augen zu tun!?"

In den vorangegangenen Sitzungen kam das Thema Verdauung bis jetzt noch nicht zur Sprache. Als ich Michael darauf ansprach, erwähnte er die Verstopfungen seit vielen Tagen. Das hatte für ihn bis jetzt überhaupt keinen Zusammenhang mit seiner Wut, dem Schlafmangel und den Augen. 

Jeder Mensch reagiert anders und das mit einem Indikatormuskel getestete Körpersystem von Michael reagiert bei Schlafmangel im Darm ganz empfindlich. Jetzt wird sich jeder fragen, was denn der Darm mit den Augen zu tun hat. Was mache ich denn gegen die Augen? Zunächst einmal gar nichts, denn in dieser Sitzung hatte der Darm Priorität.

Wir sind meist so fixiert auf die Linderung eines Symptoms, dass es uns gar nicht in den Sinn kommt, dass die Heilung ganz wo anders stattfinden kann. Ich lernte mich in den letzten drei Jahren meiner Ausbildung in großer Demut gegenüber dieser Methode. Sie überrascht mich jedes mal.

Das faszinierende bei dieser Arbeit ist es, dass die eigenen rationalen Überlegungen von „Was können wir gegen die Augen machen?“ nicht sofort beantworten werden müssen. Alles ist mit allem verbunden und ich vertraue darauf, dass Michaels System selbst weiß, was es braucht. 

Der Muskeltest führt mich ganz woanders hin, als mich mein Verstand und mein logisches Denken hingeführt hätte. Mein Wissen und die Erfahrung wie die Dinge zueinander stehen und zusammen gehören lasse ich deswegen aber nicht außer Acht. Beim Funktionskreislauf Dickdarm/Lunge ist mir bekannt, dass er in der TCM-Lehre kontrollierend auf den Funktionskreislauf Leber/Galle einwirkt.

So gesehen HAT ein geschwächter Darm einen Einfluss auf die Leber, dessen Sinnesorgane die Augen sind.

Zurück zum Darm - ein noch verhältnismäßig wenig erforschtes Organsystem mit immer wieder neuen Überraschungen. Das Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders brachte 2014 einen Stein ins Rollen, der bis heute nicht stehen geblieben ist.

Mikrobiom, Darmgehirn, Vagusnerv sind alles Schlagwörter, die es erst sei wenigen Jahren gibt und durch das Buch in den Sprachschatz der Bevölkerung und Medien gefunden haben.

Der Dickdarm hat eine Ileocaecalklappe, die den Dünndarm vom Dickdarm trennt und eine Houston-Klappe, die den Dickdarm vom Enddarm trennt. Diese beiden Klappen verhindern  ähnlich einem Ventil –  das Zurückfließen des Speisebreis in den jeweils vorderen Darmtrakt. 

Ist eine dieser Klappen verschlossen oder hat eine Fehlfunktion, kann es dazu führen, dass es zu Blähungen oder keinen Stuhlgang führt und die Verdauung tagelang stockt.


Um die geschlossenen Darmklappen zu balancieren, folgen 8 kinesiologische Anwendungsschritte:


1.

Die Haut über dem Jochbein wird mehrmals von mir auseinandergezogen, um die Längsmuskulatur zu stärken.

2.

Entlang des Rippenbogens und an den Innenseiten der Oberschenkel massiere ich die Lymphe von Michael. Es schmerzt ziemlich. 

3.

Am Scheitelbeinhöcker werden zwei Punkte ganz leicht massiert

4.

Der Akupressurpunkt Blase 58 am Ende des Wadenbeins bei den Sehnen wird stark massiert. Er schmerzt sehr.

5.

Meine Hand lege ich ein paar Minuten auf das untere Hinterhaupt von Michael, während er liegt. Er entspannt sich wieder. 

6.

Ich massiere drei Wirbelreflexe im Lenden und Halswirbelbereich

7.

Die beiden Klappen, die links und rechts am Unterbauch in der Nähe des Hüftknochens liegen, werden jeweils zur gegenüberliegenden Hüfte massiert.

8.

Eine Nährstoffempfehlung wird gegeben: Spirulina Algen und Calcium mit Vitamin D sowie ein sofortiger Stopp von Kaffee, Alkohol, scharfen Gewürzen, Rohkost und blähenden Nahrungsmittel (vor allem die halbfertigen Backwaren mit Backtriebmittel, die es überall zu kaufen gibt) 


Zurück zu den Augen. Mein Verstand rebellierte während der Sitzung, die bald um sein wird, weil ich noch nichts gegen die Augen und den Schlafmangel getan habe. Ich testete also noch einmal Michaels Körpersystem auf eine weitere Anwendung. Es testete, dass es für heute genug ist. 


Michael rief mich am nächsten Tag an und berichtete, dass er 10 Stunden durchgeschlafen und am Morgen Stuhlgang hatte. 


Ich war wieder einmal fasziniert. Michael auch. 


Dez 22

Fallbeispiele Michael: ZWEI von 4 – der Homunkulus und drei neurovaskuläre Beruhigungspunkte

By Robert Pap | Blog

Fallbeispiele Michael – ZWEI von 4:


Heute möchte ich mit dem zweiten Teil meines vierteiligen Berichts zum Fallbeispiel "Michael" starten.

Michael steht als Synonym für viele Menschen, die sich bei der Suche nach einer Verbesserung oder Veränderung im Leben verlaufen haben.

Falls Sie den ersten Teil noch nicht gelesen haben: HIER können Sie ihn nachlesen.


Michael musste erst einmal einige Nächte drüber schlafen, um über die unglaublichen Nachrichten über seinen Sohn hinweg zu kommen. Er hat ihn tatsächlich jahrelang belogen!! 

Er war wütend auf … ja auf wen eigentlich?

Er telefonierte mit Freunden, whatsappte mit einer Mutter, die einen gleich alten Sohn hatte und klagte sein Leid in die Welt hinaus. Er verstand sie nicht mehr und konnte sich bei seiner Arbeit kaum mehr konzentrieren. 


So kam Michael zu mir und wir gingen hinaus in die Natur. Er konnte erkennen, dass er auf sich selbst wütend war. Seinen Sohn liebt er; mehr als sich selbst. Genau das wird später noch einmal ein Thema werden.


Aber im ersten Coaching musste sich erst einmal sein Kopf ausrauchen. Es war alles noch so frisch. Bevor wir am Ende des Spaziergangs nach eineinhalb Stunden wieder umkehrten, testete ich sein Körpersystem mit einem Indikatormuskel und stellte fest, dass die drei Funktionskreisläufe von Herz, Galle und Lunge abschalteten. 


Michael bildet dabei zwischen Daumen und Zeigefinger einen festen Muskelring, den er mit maximaler Kraft hält und von mir auf Widerstand getestet wird. Hält der Muskel zwischen Daumen und Zeigefinger auf die Frage: „Ist der Funktionskreislauf Herz betroffen?“ so bedeutet das ein JA. 

In der Neuroanatomie wird das Homunculus-Modell (lat. Menschlein) verwendet, das aufzeigt, welche Gehirnregionen für welche Körperteile zuständig sind. Es stellt den menschlichen Körper in verzerrten Proportionen dar. (siehe Titelbild)

Die Hände haben dabei eine überproportionale sensorische und motorische Bedeutung und nehmen im Großhirn eine besonders große Fläche ein. Sie können wesentlich schneller Reizweiterleitungen aufnehmen, als andere Körperregionen. Daraus leitet sich ab, dass mentaler Stress besonders schnell an den Handmuskeln abzulesen ist. Statt dem Muskelring zwischen Daumen und Zeigefinger werden aber beim Testen auch andere Indikatormuskeln herangezogen.

Über die Druckbelastung kann eine punktgenaue Aussage über die Funktionskreisläufe der Organe getätigt werden. Dabei sind nicht die Organe selbst gemeint, sondern alle in Zusammenhang stehenden Eigenschaften (zB: Herz, Kreislauf, persönliche Reife, Blut, Herzlichkeit, Freude, Rot, bitterer Geschmack, Zunge, Sprache, schwitzen, Arterien usw.). Der Muskeltest ist mittlerweile wissenschaftlich in Studien (Myostaiktest, Omuratest) belegt worden. 


Ich zeige Michael nach dieser Befundung drei wirkungsvolle Punkte auf der Stirn und der Fontanelle, die die Nerven in Bezug auf Herz, Galle und Lunge sofort beruhigen. 


Wenn wir erschöpft sind und nicht mehr weiter wissen, machen die meisten von uns eine ganz automatische Bewegung. Wir legen die Hand auf die Stirn und stützen dabei den Kopf ab. Es ist das Symbol eines verzweifelten Menschen, dem alles zu viel ist. Doch diese Handhaltung wird nicht mehr so exakt ausgeführt, wie das Original. Sie hat sich im Laufe der Zeit verändert. Tatsächlich gibt es drei konkrete Punkte, die einem verzweifelten Zustand sofort die Spitze nehmen. 


Michael und ich gehen über eine Brücke und setzen uns an einen Tisch direkt neben dem Bach (diejenigen, die mit mir schon dort waren, kennen den Ort). Es ist ganz ruhig. Nur das Plätschern des Wassers ist zu hören. Ich zeige ihm die Punkte. Den Handballen seiner rechten Hand legt er auf den Nasenrücken und berührt dabei zwei Stirnpunkte. Sein Mittelfinger kommt oberhalb vom Haaransatz auf den dritten Beruhigungspunkt zu liegen. Es tritt eine sofortige Erleichterung ein und die Spannung nimmt rapide ab. 


Diese neurovaskulären Kontaktpunkte beruhigen die Gehirnströme und sind neuronal mit den Muskeln von Herz, Galle und Lunge verbunden. Jeder Hauptmuskel hat wiederum eine Zuordnung zu Emotionen und den Funktionskreisen der Organe. Vereinfacht gesagt: das Herz steht für die Aufregung, die Galle für die Wut und die Lunge für die Ohnmacht, die durch den Zusammenbruch der Ordnung entsteht. 


Michael atmet tief durch und schaut mich dankbar und fragend zugleich an. 

„Wie ist das möglich?“ 

Ich grinse ihn an. Um sein Vertrauen in die Wirkung dieser Punkte (es gibt am Kopf neun davon) zu stärken, frage ich ihn, ob wir ein paar Übungen machen können, um sein Körpersystem noch mehr in die Balance zu bringen. Er willigt sofort ein und will mehr davon wissen. 


Da jeder Mensch eine individuelle Geschichte in sich trägt, sind die gedanklichen Muster, die muskulären Verspannungen und die Kompensationstätigkeiten der Organe unterschiedlich. Michael ärgert sich sehr viel und schluckt dabei viel runter. Dadurch sind die Hals- und Schulterpartien sehr verspannt und der Lebefunktionskreis beleidigt. Der Volksmund sagt auch: "Mir läuft eine Laus über die Leber. Mir geht die Galle über."

Wir sind es gewohnt, ein Werkzeug, eine Übung, eine mentale Technik, die bei einer Gruppe von Menschen scheinbar funktioniert, ohne zu hinterfragen an uns selbst anzuwenden. Wenn es dazu Bücher, ein mediales Echo und euphorische Erfahrungsberichte gibt, dann springen die meisten von uns auf und wollen die neue Technik auch haben. 

Doch so einfach funktioniert das nicht, da wir alle Individuen sind und nur manche Werkzeuge im Kollektiv wirken und allgemein gültig sind.

Michael hat sich nie viel mit solchen Fragen beschäftigt. Wie die meisten von uns. Wir arbeiten in unseren Jobs, und erst wenn eine Krise über uns hereinbricht, suchen wir jemanden auf, von dem gesagt wird, dass er oder sie helfen kann. Entscheidend ist es, ob hinter der Technik eine individuelle Analyse steht. Und zwar bei jeder Begegnung. 

Bei Michael sind beim kinesiologischen Muskeltest die drei Funktionskreise von Herz, Galle und Lunge angesprungen. Es hätte auch ganz anders sein können. Dann wären von mir aber andere Beruhigungspunkte empfohlen worden.

Michael ist jetzt ein klein wenig wieder auf sich fokussiert und er merkt gar nicht, dass er beim Rückweg nicht mehr über seinen Sohn spricht. Es dreht sich alles um seine innere Balance und ich merke wie hungrig er nach mehr Informationen ist.

Er bekommt noch ein homeplay mit Körperübungen, die von der Anzahl, der Dauer und der Intensität für sein Körpersystem von mir ausgetestet werden. Mittlerweile hat er sich an diese Testerei schon gewöhnt und hat den individuellen Ansatz verstanden.


PS: Michael war zwischen zwei Coachings bei einer klassischen Massage. Ohne genaue Befragung und Befundung wurde sein Rücken bearbeitet und es kam ihm eigenartig vor. „Wird der Klient vor mir und nach mir genauso wie ein Stück Fleisch bearbeitet?“ Leider ja.

Wenn Sie eine individuelle Analyse haben möchten, dann melden Sie Sich jetzt für Jänner an. Ein kurzes Mail an abundzu@freiraeumen.com genügt.

Dez 15

Fallbeispiel Michael: EINS von 4 – COACHINGTEIL und HERANGEHENSWEISEN

By Robert Pap | Blog

Fallbeispiele Michael – EINS von 4:
Auf welche Art er von seinem Sohn Lukas vor dem Kopf gestoßen wurde


COACHINGTEIL


Michael, ein gut verdienender Programmierer, hat noch ein paar Jahre zu arbeiten. Er lebt getrennt von seiner Frau und hat ein sehr angenehmes Leben. Seinem Sohn Lukas hat er – großzügig wie er ist – zwei Studien bis zum Abschluss finanziert. Doch dann stellt sich sein Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf und er braucht dringend Unterstützung. Als er mich aufsucht und mir die Eckdaten erzählt, war er sichtlich aufgebracht. Er fand folgende Fakten heraus, die ihn in eine Wut und Ohnmacht stürzten:


– Lukas hat ihn angelogen und beide Studien nie beendet. 

– Die beiden finanziellen Engpässe vor einem Jahr gab es nie.

– Das Extrageld von € 2.500,- hat Lukas für Computerspiele und Drogen verprasst.

– Lukas arbeitet in Wirklichkeit als Botenfahrer bei einem kleinen Unternehmen, weit unter seinem Können.

– Er hat nur ein bescheidenes Gehalt. 


Das war für Michael einfach zu viel. Von dem ruhigen und angenehmen Leben war plötzlich nichts mehr übrig. Lukas hat ihn jahrelang wegen des Studiums angelogen. Vom eigenen Sohn so hintergangen zu werden ist einfach nicht hinzunehmen. 


„Es braucht dringend ein Gespräch, wo ich ihm einmal meine Meinung sage!“

meinte Michael.

„Was werden Sie ihm sagen?“ 

fragte ich ihn.

Und nun kam ein eintöniges Gerede an Vorwürfen und Regeln, die aus seiner eigenen Erziehung stammten. Er wollte seinem Sohn klar machen, dass das Leben anders läuft. Das es so nicht geht, sich einfach Geld zu nehmen, ohne etwas dafür zu tun und noch dazu den eigenen Vater jahrelang anzulügen.


„Wie stellst du dir das vor? Das Leben ist nicht so einfach.“ 

ballerte Michael mir entgegen und stellte sich bildhaft vor, wie er mit seinem Sohn Klartext redete.

Ich höre das sehr oft von Eltern, die meinen, sie müssen ihre erwachsenen Kinder erziehen oder ihnen eine Unterweisung für ihr Leben geben. Doch diese Intervention kommt 20 Jahre zu spät. Lukas ist heute 26. 

Die Ausgangslage ist der derzeitige Zustand, der Michael überfordert. Seine Freunde raten ihm; tue dies, oder mach jenes. Auf jeden Fall bekommt Michael jede Menge ungefragter Ratschläge und ist nach etlichen Gesprächen mit guten Freunden immer mehr verwirrt. 

Normalerweise geht Michael aus Gewohnheit zu jenen Fachleuten, die ihm in der Vergangenheit helfen konnten. Doch dieses Mal geht er einen ganz anderen Weg. Coaching und Kinesiologie, das ist Kopf frei machen und Körperarbeit in einem. 


MÖGLICHE HERANGEHENSWEISE


Doch bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich bekanntere Wege beschreiben und Sie einladen, sich in die Situation von Michael zu begeben

Denken Sie einmal nach, wohin Sie bei so einem Ereignis gehen würden?


– In die Apotheke, um Baldrian, Hopfen oder Johanniskraut rezeptfrei zu kaufen.

– Zum Hausarzt, um sich ein rezeptpflichtiges, beruhigendes Medikament verschreiben zu lassen.

– Zu einer Freundin, die einen guten Psychotherapeutin kennt.

– In die nahegelegene Shiatsu-/Yoga-/QiGong- Schule, um dort eine Stunde zu nehmen.

– Zum Energetiker, von der Sie gehört haben, dass er gut sei.

– Zur TCM-Wahlärztin.

– Zu einem Neurologen Ihres Vertrauens.


Schauen wir uns einmal an, welchen Hintergrund die jeweiligen Fachleute haben und wie sie vorgehen.


– der Hausarzt

wird Michael zunächst ausführlich zu seiner Krankengeschichte befragen:

-Wie lange besteht die innere Unruhe schon?

-Gibt es weitere Beschwerden? 

-Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein? 

Aus diesen Angaben des Patienten kann der Arzt oft schon einen Verdacht zur Ursache der inneren Unruhe ableiten. Verschiedene Untersuchungen können im Anschluss Klarheit bringen, beziehungsweise andere Erkrankungen als Auslöser ausschließen (etwa eine organische Herzerkrankung bei funktionellen Herzbeschwerden). 


Was meist folgt, ist eine

  • Körperliche Untersuchung

  • Blutdruckmessung

  • Blutuntersuchung und der Weg ins Labor

  • Untersuchung mit einem bildgebenden Verfahren (zB. Ultraschall, CT, Lungenröntgen, Szintigrafie)

  • Befragung in Form von unterschiedlichen Tests

  • Überweisung zu einem Spezialisten, um ein EKG, MRT oder möglicherweise sogar eine Herzkatheteruntersuchung durchzuführen


All die Untersuchungen dienen der Aufklärung, um welche Ursachen es sich handeln könnte und welche möglichen Erkrankungen im schlimmsten Fall damit verbunden sein könnten:


  • Schilddrüsenüberfunktion

  • Lungenembolie

  • Herzinfarkt

  • Depressionen

  • angehendes Burnout

  • usw.


Das Ziel nach diesem Ausschließungsverfahren ist es, die inneren Unruhe und einem damit verbundenen körperlichen Symptom (Durchfall, Kopfweh, Schlaflosigkeit etc.) zu eliminieren. Wenn es für den Genesungsprozess aufbauende Stoffe braucht, werden in der orthomolekularen Medizin gerne Nahrungsergänzungsmittel auf Erfahrungswerten hin verschrieben. 


– Die Psychotherapeutin 

wird Michael in mehreren Sitzungen mit seiner Vergangenheit konfrontieren und ihm mit viel Verständnis klar machen, dass er bestimmte Muster von seinen Eltern übernommen hat und deswegen so heftig reagiert. Je nachdem, welcher Ausbildungshintergrund bei der Therapeutin vorliegt, wird sie versuchen, in etlichen Sitzungen Michaels Innenwelt und die dahinterliegenden Muster zu verstehen.

Michael wird vorwiegend über seine Vergangenheit reden und einige schmerzvolle Erlebnisse noch einmal in den Therapiesitzungen durchleben. Ob es gelingt, in 30 oder 40 Sitzungen – diese Anzahl wird von manchen TherapeutInnen gerne gleich zu Beginn verschrieben – seine innere Unruhe auf Dauer in den Griff zu bekommen, hängt unter anderem auch von der „Chemie“ zwischen ihm und der Therapeutin ab. 


– Die Shiatsu-/Yoga-/ QiGong- Schule

bietet Michael eine Schnupperstunde an und er bucht daraufhin einen Zehnerblock, um wieder „runterzukommen“. Tatsächlich haben viele fernöstlichen Ansätze einen ausgleichenden Effekt und wirken direkt über den Körper. Meist findet bei den Gruppenübungen keine individuelle Befundung statt. Michael folgt einfach den Anleitungen des Lehrers und schaut, was das mit seinem Körpersystem macht. Manche Therapeuten bieten über die Gruppensitzungen auch Einzelbehandlungen an, die mit einem holistischen Verständnis eine Momentaufnahme des Körpersystems vornehmen. 

Hat Michael zu viel Yang (Unruhe), dann erhält er Empfehlungen, wie er sein Yin (Ruhe) stärken kann, um wieder in die Mitte zu kommen. Bewegung, Ernährung, Atmung sind meist die drei wichtigsten Ansatzpunkte bei dieser Herangehensweise.


– Zum Energetiker

geht Michael auf Empfehlung, weil er gehört hat, dass er gut sei. Michael ist es nicht so wichtig, mit welchem Hintergrund der Energetiker arbeitet. Hauptsache, die Unruhe ist weg. Der Wünschelrutengeher findet die Störzone in seinem Schlafzimmer, die Chakren-Heilerin sieht sein Herzchakra verschlossen und der spirituelle Aufsteller aktiviert Michaels Selbstheilungskräfte über seine Ahnen. Es gibt unzählige Anwendungsgebiete, die ständig erweitert werden.

Jede dieser Methoden hat ihre Berechtigung und wirkt auf uns Menschen. Durch die Spezialisierung der einzelnen methodischen Vorgänge wird Michael sein Problem (Unruhe) mit genau jenen Werkzeugen behandelt bekommen, die der Energetiker gerade zur Verfügung hat. Die Empfehlungen beruhen auf den Erfahrungen der jeweiligen Anwender mit ihren erlernten Methoden und werden meist mit energetischen Methoden vorher befundet. 


– Die TCM-Ärztin

arbeitet nach einem fernöstlichen Konzept der 5 Elemente und bieten meist die Akupunktur mit an. Ähnlich wie bei Ayurveda, einer indischen Heilmethode, geht es um die gesamtheitliche Betrachtung des Menschen und nicht um Symptombekämpfung. Bei der Erstuntersuchung erlebt Michael das erste mal eine Zungen- und Pulsdiagnose, aus der abgeleitet wird, was sich im Inneren des Körpers energetisch tut. Seine rote Zungenspitze deutet auf eine Überlastung des Feuerfunktionkreislaufs hin, bei dem das Herz, der Dünndarm und der Kreislauf beteiligt sind. 

Manche TCM-Ärzte haben sich auf Ohrakupunktur spezialisiert, andere auf Ernährung nach den 5 Elementen oder die östliche Kräuterkunde. Hier bekommt Michael je nach methodischem Ansatz meist eine Hausaufgabe mit (Kräuter einnehmen, Ernährung umstellen, Akupunkturpflaster etc.) Bei den Folgeterminen wird erneut das aktuelle Befinden befundet und mit der Ausgangslage verglichen. 


– Der Neurologe

arbeitet mit den seit den 90ern bekannten Nicht-Benzodiadezipen und verschreibt vielleicht den Wirkstoff Zolpidem, das unter dem Handelsnamen Bioalm oder Stilnox bekannt ist. Das wirkt sofort, hat im Gegensatz zu Valium kaum einen Gewöhnungseffekt und die Aufregung ist vorbei. Dabei wird die Wirkung des Neurotransmitters GABA verstärkt und es kommt zu einer muskelentspannenden und beruhigenden Wirkung. (Die wichtigste bremsende Substanz im Gehirn ist die Gamma-Amino-Buttersäure). 


Wenn Sie kein Problem damit haben, ab und zu ein starkes Medikament zu nehmen, dann wird das der richtige Weg sein. Ihre Leber und Nieren werden bei einer kurzzeitigen Einnahme auch mit diesen Giften fertig und die Nebenwirkungen werden Sie hoffentlich nicht belasten.


Ich habe hier eine sehr subjektive Auswahl getroffen und mir ist bewusst, dass es noch unzählige andere Herangehensweisen gibt. Mir geht es  in diesem Artikel vor allem um das Dilemma der großen Auswahl und der nicht vorhandenen Zeit, um eine klare Entscheidung treffen zu können. 


Nächste Woche beschreibe ich Michaels eingeschlagenen Weg.

Er hat sich entschieden, einmal etwas Neues auszuprobieren: Coaching und Kinesiologie.

Dez 01

Vorsicht! Wenn es keine Wahlmöglichkeiten mehr gibt.

By Robert Pap | Blog

Vorsicht! Wenn es keine Wahlmöglichkeiten mehr gibt.

Bei einer Persönlichkeitsveränderung braucht es auch Mut. Ich rede nicht von bewusstseinserweiternden Psychedelika, sondern von Merkmalen oder Charakteristika einer Person, die sich nicht von selbst ändern. Zuerst einmal hat es viele Vorteile, wenn wir uns entwickeln und dazulernen. Unsere Wahlmöglichkeiten werden größer.

Jedes mal, wenn wir mit einer neuen Situation konfrontiert werden, reagieren wir meist automatisch.

  • Wenn Sie zu spät zum Meeting kommen, Ihr Kind als Ausrede benutzen und behaupten, dass es getrödelt hat und Sie dabei vor der peinlichen Wahrheit ablenken wollen, dass Sie selbst getrödelt haben. Dabei denken Sie sich: "Meine Güte, was sind die pingelig. Es waren doch nur 4min."

  • Wenn Sie Ihr Auto in der Kurzparkzone mit den 15min gratis–Tickets von Ihrem Handy aus bedienen, statt mit einem kostenpflichtigen Ticket und Sie sich dann furchtbar aufregen, wenn Sie einen Strafzettel bekommen. "Haben die nichts Besseres zu tun?"

  • Wenn ein Kunde/Kollege/Chef Sie bittet, den Bericht bis Mittwoch 9:00 fertig zu machen und Sie ein Begräbnis am Dienstag vortäuschen. "Mit mir sicher nicht. Da habt ihr euch getäuscht."


Jeder Mensch verwendet genau die Wahlmöglichkeiten, die ihm oder ihr zu dieser Zeit zur Verfügung stehen. Daran gibt es nichts auszusetzen. Manche Menschen haben einfach keine Wahl, weil sie es nie gelernt oder nirgendwo gesehen haben, dass es auch anders geht. 

Natürlich gäbe es aus IHRER Sicht eine bessere Lösung für ein Verhalten, doch der Vogel ist eben mal das letzte Lebewesen, dem das Fliegen bewusst wird. Weil Vögel keinen Abstand zur Luft haben. Das, was uns täglich umgibt, nehmen wir nicht wahr. 

Eine entwickelte Persönlichkeit mit mehreren Wahlmöglichkeiten agiert anders:

  • Wenn Sie zu spät zum Meeting kommen, dann erwähnen Sie, dass Sie die Zeit übersehen haben und sagen den Anwesenden, dass es Ihnen leid tut. 

  • Reagieren Sie mit einem Schmunzeln, wenn Sie enttäuscht sind, dass Sie beim Parken erwischt wurden. Es war ein Spiel für Sie, das Sie verloren haben.

  • Den Bericht werden Sie nicht in Ihrer Freizeit schreiben, weil Sie zwar Zeit hätten, diese aber lieber mit Ihrer Familie verbringen. Sagen Sie das der Person. Freundlich, aber unmissverständlich.

Sie meinen, dass das nicht geht und Sie gefeuert werden, oder den Kunden verlieren, wenn Sie das machen. Es braucht Mut, doch vielleicht sollten Sie sich fragen, ob Ihre Werte, die sich in so einem Persönlichkeitsprozess entwickeln, mit denen des Unternehmens übereinstimmen. Meistens wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird. Und es sind immer noch Menschen, mit denen Sie zu tun haben. 

Diese persönliche Entwicklung hängt mit dem Ergründen der Motive zusammen, warum wir bestimmte Reaktionen im Alltag haben. Wenn Sie den Ursprung herausfinden, steigern Sie Ihre Handlungsspielräume.

Das ist emotional manchmal fordernd, doch es lohnt sich, weil sich das neue Repertoire auch auf Ihr Privatleben angenehm auswirkt. Es ist die Chance, aus frühkindlichen und pubertären Prägungen und Glaubenssätzen auszusteigen und die Ereignisse unter einer neuen Perspektive zu betrachten.

Erst wenn Sie erkennen, dass Sie in einer Worthülse gefangen sind, können Sie Ihr Verhalten ändern. Wir alle (auch ich) sind von Mustern aus der Vergangenheit betroffen und es ist eine Schritt für Schritt–Befreiung notwendig, um zu erkennen, dass es das eigene Verhalten und die bestimmte Reaktion auf einen Reiz ist, was uns zu schaffen macht und nicht die Person, die das Strafmandat austeilt.

Dez 01

Wie mutig sind Sie bei Veränderungen?

By Robert Pap | Blog

Wie mutig sind Sie bei Veränderungen?

Man sagt von den meisten Menschen, dass sie Veränderungen nicht mögen. Dabei sind es die Erneuerungen, die uns immer wieder erstaunen. Damit sich Werkzeuge wie WhatsApp, Facebook, Twitter und Co. entwickeln konnten, brauchte es eine neue Denkweise.

„Lernen ist ein Kinderspiel. Vergessen ist die Hölle“

sagt Tom Peters, ein US-amerikanischer Unternehmensberater und Bestsellerautor. Er berät die wichtigsten Think Tanks im Silicon Valley.  Steve Jobs hat bei seinem Wiedereintritt bei Apple im Jahr 1996 sämtliche Computermodelle von gestern, die zu großen Veränderungen in der Branche führten, weggeworfen und durch neue Prototypen ersetzt. So ganz nach dem Motto:

Aus den Augen, aus dem Sinn!

Erst durch ein in die Zukunft gerichtetes Denken und Handeln, sowie durch zwischenmenschliche Interaktion, wird das Morgen allgegenwärtig. Was heißt das jetzt für Sie konkret?

Beginnen wir mit einer Übung, die den Anschein hat, sehr leicht durchführbar zu sein. Sie hat es aber in sich. Es geht um Annahmen. Nehmen wir an, Sie haben gerade Ihren Job gewechselt. Sie freuen sich auf die neuen Aufgaben und die neuen Gesichter im Büro. Ein wenig Angst schwingt mit, weil Sie sich vor dem ersten Arbeitstag noch nicht sicher sind, was da auf Sie zukommt.

Beim Vorstellungsgespräch ist Ihnen Ihre Kollegin vorgestellt worden, mit der Sie die nächste Zeit zusammenarbeiten werden. Ihre Gedanken spielen verrückt, weil Sie sich ausmalen, wie sie wohl sein wird. Sie war ja im ersten Eindruck recht freundlich, doch Sie vermuten, dass sie eine ganz genaue Person ist. 

Sie haben nämlich bemerkt, dass sie sehr gut gekleidet ist.

Daraus schließen Sie, dass sie ihre Arbeitsweise vielleicht kritisieren wird, weil Sie einen anderen Arbeitsstil haben. Sie stehen am ersten Arbeitstag in der Früh vor Ihrem Kleiderschrank und überlegen sich schon zum dritten mal, was Sie heute Passendes anziehen sollen.

Kennen Sie dieses Kopfkino? Um sich auf den neuen und unbekannten Prozess einzulassen, ist es hilfreich, wenn wir uns kurz den Kindern widmen. Ein Kleinkind fällt laut einer Studie von Karen Adolph der New York University bei den ersten Versuchen gehen zu wollen 100 mal hin - täglich. Woher nehmen diese kleinen Erdbewohner diese Starrköpfigkeit? Warum geben wenigstens ein paar von ihnen nicht auf? Warum gibt es keine Krankheit namens

"Nichtaufsteh-Syndrom?" 

Alle gehen sie. Das ist doch unglaublich. Wir könnten die Antwort darauf auf instinkt- und reflexhafte Mechanismen in unserem Stammhirn reduzieren, doch das kommt zu kurz. Es fehlt etwas bei den kleinen Kindern. Etwas, was wir viel zu viel haben. Es ist das Wissen darüber, dass es nicht gehen könnte. Es fehlt also ein Plan B. 

Übertragen Sie nun diese Erkenntnis auf Ihr Vorstellungsgespräch und gehen Sie es gedanklich noch einmal durch. Der Unterschied zu der ersten Version mit dem Kopfkino ist jene, dass Sie sich sagen. „Ich weiß es nicht!“

Ob die Kollegin eine genaue Person ist wissen Sie nicht. Somit fällt die Vermutung weg, dass sie Sie vielleicht kritisieren könnte und einen ganz anderen Arbeitsstil hat wie Sie. Ihre Gedanken kreisen also vielleicht lediglich darüber, welche passende Kleidung Sie anziehen werden. Und das macht Ihnen kein großes Kopfzerbrechen. Die Fahrt zu Ihrem zukünftigen Arbeitsplatz ist von Neugierde und einer positiven Aufregung geprägt. Denn Sie wissen nichts.

Für diese neue Grundhaltung benötigen Sie vor allem  

  • innere Agilität, 

  • flexibles Denken und 

  • den Mut, Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie das haben, folgt die 

  • Koordination der Einzelentscheidungen. 

Sie haben nichts von der neuen Person, einfach nichts zu wissen. 

Doch den Kopf zu leeren und ohne Erwartungen in ein unbekanntes Terrain einzutreten ist nicht nur naiv, sondern kann auch gefährlich sein. Es braucht eine zeitlang konsequente Übung, um das eigene Gehirn auf diese Grundhaltung einzustimmen. Je nachdem, wie flexibel Sie in der Vergangenheit mit Veränderungen in Ihrem Leben umgegangen sind, ist es ein sehr individueller Prozess. 

Wenn wir den ersten Begriff der Agilität hernehmen, dann beinhaltet er schon sehr viele Aspekte. Was ist das Gegenteil eines agilen Menschen? Vielleicht ist er starr, unbeweglich und in seinen Abläufen festgefahren - zu strukturiert. Wir könnten ihn auch als verbildet bezeichnen. Er weiß einfach zu viel und ist alles andere als mutig und flexibel, um einmal etwas Neues auszuprobieren. 

Wie kommen Sie zu mehr Agilität im Leben?

In dem Sie etwas Neues ausprobieren. Fangen Sie klein an und gehen Sie einen anderen Weg in Ihre Arbeit, putzen Sie sich mit der anderen Hand die Zähne, geben Sie einem Gesprächspartner einmal recht, wenn Sie bis jetzt immer derjenige waren, der das letzte Wort haben musste.

Machen Sie einige Dinge in Ihrem Alltag ein klein wenig anders. Sie werden bemerken, dass es anfangs Mut braucht und Ihr innerer Kontrolleur wird es vielleicht albern finden und Ihre Gedanken und Handlungen in Frage stellen. 

Es braucht tatsächlich eine gewisse Überwindung, einmal mit dem Zug zu fahren, wenn man ein überzeugter Autofahrer ist. Doch dann kommen die Vorteile langsam ans Tageslicht. Meine Konzentration und mein Durchhaltevermögen beim Schreiben steigerte sich um das Doppelte, wenn ich auf längeren Zugstrecken oder in Cafés arbeitete. Hätte ich das nie ausprobiert, wäre ich auf dieses Potential nicht darauf gekommen. 

Mut zur Veränderung wird direkt in Form von Dopaminausschüttung belohnt, die nach einer Anstrengung direkt erfolgt und als Belohnung erlebt wird. Dopamin gehört zu der Gruppe der Neurotransmitter, die wesentlich rascher als Hormone reagieren.

Die Motivation wird durch Dopamin erhöht, jedoch nur, wenn unmittelbar ein

kausaler Zusammenhang zwischen der Leistung, dem Ergebnis und der Belohnung

hergestellt werden kann. Sei drei hunderttausenden von Jahren hat das so funktioniert. Wir Menschen gehen nur dann Risiken ein - und dazu zählt auch eine Veränderung - wenn sich dadurch die Investition sicht- und spürbar auszahlt. Wenn der Vorteil gegenüber dem Alten deutlich erlebbar wird. Reine Theorie reicht hier nicht aus.

Durch Wohlstand und Konsumverhalten gibt es ein Überangebot und wir können uns jederzeit einen kleinen Dopamin-Schuss verpassen. Shoppen hat so eine wunderbare Belohnungswirkung. Ich hörte auch schon Frauen sagen: „Komm, jetzt sind wir so lange im Café gesessen. Jetzt belohnen wir uns mit einer Shoppingtour.“ Die Anstrengung davor war also Kaffeetrinken und plaudern. Dass nach dem Kaffeetrinken kein Dopamin ausgeschüttet wird, war den Damen offensichtlich nicht klar.


Probieren Sie diese nichtwissende Haltung mit den Vorübungen einmal aus und schauen Sie, ob Sie mutiger werden und die Aufregung vor etwas Neuem nachlässt. Vielleicht tritt ja sogar Neugierde in Ihr Leben ein.

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